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Vierzig Hadithe an-Nawawis
1
Taten zählen nach den Absichten
Die Taten werden allein nach den Absichten bewertet, und jedem Menschen gehört nur das, was er beabsichtigt hat. Wer um Allahs und Seines Gesandten willen ausgewandert ist, dessen Auswanderung gilt Allah und Seinem Gesandten. Und wer ausgewandert ist, um ein weltliches Gut zu erlangen oder eine Frau zu heiraten, dessen Auswanderung gilt dem, wofür er ausgewandert ist.
2
Islam, Iman und Ihsan
Eines Tages saßen wir beim Gesandten Allahs (s), als ein Mann zu uns kam, dessen Kleidung strahlend weiß und dessen Haar tiefschwarz war. An ihm war keine Spur einer Reise zu sehen, und keiner von uns kannte ihn. Er setzte sich vor den Propheten, lehnte seine Knie an dessen Knie, legte seine Hände auf seine Oberschenkel und sagte: „O Muhammad, berichte mir vom Islam.“ Der Gesandte Allahs sagte: „Der Islam bedeutet, dass du bezeugst, dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, dass du das Gebet verrichtest, die Zakat entrichtest, im Ramadan fastest und die Pilgerfahrt zum Haus vollziehst, wenn du dazu imstande bist.“ Er sagte: „Du hast die Wahrheit gesagt.“ Wir wunderten uns, dass er fragte und die Antwort dann bestätigte. Dann sagte er: „Berichte mir vom Iman.“ Er sagte: „Dass du an Allah glaubst, an Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten und den Jüngsten Tag, und dass du an die Vorherbestimmung glaubst, an ihr Gutes wie an ihr Schlechtes.“ Er sagte: „Du hast die Wahrheit gesagt.“ Dann sagte er: „Berichte mir vom Ihsan.“ Er sagte: „Dass du Allah dienst, als ob du Ihn sähest; denn auch wenn du Ihn nicht siehst, so sieht Er dich.“ Er sagte: „Berichte mir von der Stunde.“ Er sagte: „Der Gefragte weiß darüber nicht mehr als der Fragende.“ Er sagte: „Dann berichte mir von ihren Zeichen.“ Er sagte: „Dass die Sklavin ihre Herrin gebiert und dass du barfüßige, unbekleidete, mittellose Schafhirten siehst, die einander im Bau hoher Gebäude übertreffen.“ Dann ging der Mann fort, und ich blieb eine Weile. Danach sagte er: „O Umar, weißt du, wer der Fragende war?“ Ich sagte: „Allah und Sein Gesandter wissen es am besten.“ Er sagte: „Das war Gabriel. Er kam zu euch, um euch eure Religion zu lehren.“
3
Der Islam ruht auf fünf Säulen
Der Islam ist auf fünf (Säulen) errichtet: dem Bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, dem Verrichten des Gebets, dem Entrichten der Zakat, der Pilgerfahrt zum Haus und dem Fasten im Ramadan.
4
Erschaffung und Bestimmung
Der Gesandte Allahs (s), der Wahrhaftige, dem die Wahrheit bestätigt wurde, berichtete uns: Die Erschaffung eines jeden von euch wird im Leib seiner Mutter vierzig Tage lang als Samentropfen zusammengefügt. Danach ist er ebenso lange ein Anhängsel ('alaqa) und danach ebenso lange ein Fleischklumpen (mudgha). Dann wird der Engel zu ihm gesandt, der ihm die Seele einhaucht, und er erhält den Befehl, vier Dinge niederzuschreiben: seine Versorgung, seine Lebensfrist, seine Taten und ob er unglücklich oder glückselig sein wird. Bei Allah, außer dem es keinen Gott gibt: Einer von euch verrichtet die Taten der Leute des Paradieses, bis zwischen ihm und dem Paradies nur noch eine Elle liegt; dann kommt ihm das Geschriebene zuvor, er verrichtet die Taten der Leute des Feuers und geht hinein. Und einer von euch verrichtet die Taten der Leute des Feuers, bis zwischen ihm und dem Feuer nur noch eine Elle liegt; dann kommt ihm das Geschriebene zuvor, er verrichtet die Taten der Leute des Paradieses und geht hinein.
5
Erfundenes wird zurückgewiesen
Wer in dieser unserer Sache (der Religion) etwas Neues einführt, das nicht zu ihr gehört, dem wird es zurückgewiesen. In einer Überlieferung bei Muslim heißt es: Wer eine Tat verrichtet, die nicht unserer Sache entspricht, dem wird sie zurückgewiesen.
6
Halal und Haram sind klar
Das Erlaubte ist klar, und das Verbotene ist klar. Dazwischen liegen zweifelhafte Dinge, die viele Menschen nicht kennen. Wer sich vor dem Zweifelhaften hütet, der bewahrt seine Religion und seine Ehre. Wer aber in das Zweifelhafte gerät, der gerät in das Verbotene, wie ein Hirte, der rund um ein Schutzgebiet weidet und jeden Moment hineingeraten kann. Wahrlich, jeder König hat ein Schutzgebiet, und Allahs Schutzgebiet sind Seine Verbote. Wahrlich, im Körper gibt es ein Stück Fleisch: Ist es gesund, so ist der ganze Körper gesund, und ist es verdorben, so ist der ganze Körper verdorben. Wahrlich, das ist das Herz.
7
Die Religion ist Aufrichtigkeit
Die Religion ist Nasiha (aufrichtiges Wohlwollen). Wir fragten: „Wem gegenüber?“ Er sagte: „Gegenüber Allah, Seinem Buch, Seinem Gesandten, den Führern der Muslime und den Muslimen insgesamt.“
8
Der Schutz durch das Bekenntnis
Mir wurde befohlen, gegen die Menschen zu kämpfen, bis sie bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, das Gebet verrichten und die Zakat entrichten. Wenn sie dies tun, haben sie ihr Blut und ihr Gut vor mir geschützt, außer nach dem Recht des Islam, und ihre Abrechnung obliegt Allah, dem Erhabenen.
9
Tut, was ihr vermögt
Was ich euch verboten habe, das meidet, und was ich euch geboten habe, davon tut so viel, wie ihr vermögt. Denn diejenigen vor euch hat nur ihr vieles Fragen und ihre Uneinigkeit mit ihren Propheten zugrunde gerichtet.
10
Allah nimmt nur Reines an
Allah ist rein und nimmt nur Reines an. Allah hat den Gläubigen dasselbe geboten wie den Gesandten. Der Erhabene sagt: „O ihr Gesandten, esst von den guten Dingen und tut Gutes.“ Und Er sagt: „O die ihr glaubt, esst von den guten Dingen, mit denen Wir euch versorgt haben.“ Dann erwähnte er einen Mann, der lange reist, mit zerzaustem Haar und staubbedeckt, und seine Hände zum Himmel ausstreckt: „O Herr! O Herr!“ Doch seine Speise ist verboten, sein Getränk ist verboten, seine Kleidung ist verboten, und er wurde mit Verbotenem ernährt. Wie sollte ihm da geantwortet werden?
11
Lass das Zweifelhafte
Al-Hasan ibn Ali sagte: Ich habe vom Gesandten Allahs (s) im Gedächtnis bewahrt: „Lass das, was dich im Zweifel lässt, für das, was dich nicht im Zweifel lässt.“
12
Das Unnütze lassen
Zum guten Islam eines Menschen gehört, dass er lässt, was ihn nichts angeht.
13
Wünsche deinem Bruder Gutes
Keiner von euch glaubt (wahrhaftig), bis er für seinen Bruder wünscht, was er für sich selbst wünscht.
14
Die Unantastbarkeit des Blutes
Das Blut eines Muslims ist nur in einem von drei Fällen erlaubt: der Verheiratete, der Unzucht begeht; Leben um Leben; und wer seine Religion verlässt und sich von der Gemeinschaft trennt.
15
Sprich Gutes oder schweige
Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, der soll Gutes sprechen oder schweigen. Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, der soll seinen Nachbarn ehren. Und wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, der soll seinen Gast ehren.
16
Werde nicht zornig
Ein Mann sagte zum Propheten (s): „Gib mir einen Rat.“ Er sagte: „Werde nicht zornig.“ Der Mann wiederholte seine Bitte mehrmals, und er sagte (jedes Mal): „Werde nicht zornig.“
17
Güte in allen Dingen
Allah hat Güte und Sorgfalt (Ihsan) in allen Dingen vorgeschrieben. Wenn ihr also tötet (bei Vergeltung oder im Krieg), so tötet auf gute Weise, und wenn ihr schlachtet, so schlachtet auf gute Weise. Jeder von euch soll seine Klinge gut schärfen und seinem Schlachttier Erleichterung verschaffen.
18
Fürchte Allah, wo du auch bist
Fürchte Allah, wo immer du bist. Lass auf eine schlechte Tat eine gute folgen, so löscht sie sie aus. Und begegne den Menschen mit gutem Charakter.
19
Achte auf Allah
Ibn Abbas berichtete: Eines Tages war ich hinter dem Gesandten Allahs (s), und er sagte: „Junge, ich lehre dich einige Worte: Achte auf Allah (Seine Gebote), so wird Er dich behüten. Achte auf Allah, so wirst du Ihn vor dir finden. Wenn du bittest, so bitte Allah, und wenn du Hilfe suchst, so suche Hilfe bei Allah. Und wisse: Wenn sich die ganze Gemeinschaft versammeln würde, um dir mit etwas zu nützen, so würden sie dir nur mit dem nützen, was Allah für dich bereits geschrieben hat. Und wenn sie sich versammeln würden, um dir mit etwas zu schaden, so würden sie dir nur mit dem schaden, was Allah gegen dich bereits geschrieben hat. Die Schreibfedern sind erhoben, und die Blätter sind getrocknet.“ In einer Überlieferung außerhalb von at-Tirmidhi heißt es: „Achte auf Allah, so wirst du Ihn vor dir finden. Lerne Allah im Wohlstand kennen, so kennt Er dich in der Not. Wisse, dass das, was dich verfehlt hat, dich nicht treffen sollte, und das, was dich getroffen hat, dich nicht verfehlen sollte. Und wisse, dass der Sieg mit der Geduld kommt, die Erleichterung mit der Bedrängnis und mit der Schwierigkeit die Leichtigkeit.“
20
Wenn du dich nicht schämst
Zu dem, was die Menschen von den Worten des früheren Prophetentums erreicht hat, gehört: „Wenn du dich nicht schämst, dann tu, was du willst.“
21
Glaube, dann sei standhaft
Sufyan ibn Abdullah sagte: „O Gesandter Allahs, sage mir über den Islam ein Wort, nach dem ich niemanden außer dir mehr fragen muss.“ Er sagte: „Sprich: ‚Ich glaube an Allah‘, und dann sei standhaft.“
22
Wer die Pflichten erfüllt
Ein Mann fragte den Gesandten Allahs (s): „Was meinst du: Wenn ich die Pflichtgebete verrichte, im Ramadan faste, das Erlaubte für erlaubt und das Verbotene für verboten halte und dem nichts hinzufüge, werde ich dann ins Paradies eingehen?“ Er sagte: „Ja.“
23
Reinheit ist der halbe Glaube
Die Reinheit ist die Hälfte des Glaubens. „Alhamdulillah“ füllt die Waage. „Subhanallah“ und „Alhamdulillah“ füllen den Raum zwischen Himmel und Erde. Das Gebet ist Licht, die Spende ist ein Beweis, die Geduld ist Helligkeit, und der Koran ist ein Argument für dich oder gegen dich. Jeder Mensch bricht am Morgen auf und verkauft seine Seele: Der eine befreit sie, der andere stürzt sie ins Verderben.
24
Ich habe Unrecht verboten
Der Prophet (s) berichtete von seinem Herrn, dem Gesegneten und Erhabenen, dass Er sagte: O Meine Diener, Ich habe Mir selbst das Unrecht verboten und es auch unter euch verboten; so tut einander kein Unrecht. O Meine Diener, ihr alle seid irregehend, außer dem, den Ich rechtleite; so bittet Mich um Rechtleitung, dann leite Ich euch recht. O Meine Diener, ihr alle seid hungrig, außer dem, den Ich speise; so bittet Mich um Speise, dann speise Ich euch. O Meine Diener, ihr alle seid unbekleidet, außer dem, den Ich kleide; so bittet Mich um Kleidung, dann kleide Ich euch. O Meine Diener, ihr begeht Fehler bei Nacht und bei Tag, und Ich vergebe alle Sünden; so bittet Mich um Vergebung, dann vergebe Ich euch. O Meine Diener, ihr werdet niemals so weit gelangen, Mir schaden zu können, und niemals so weit, Mir nützen zu können. O Meine Diener, wenn der Erste und der Letzte von euch, die Menschen und die Dschinn unter euch, alle das Herz des gottesfürchtigsten Mannes unter euch hätten, würde dies Meinem Reich nichts hinzufügen. O Meine Diener, wenn der Erste und der Letzte von euch, die Menschen und die Dschinn unter euch, alle das Herz des sündhaftesten Mannes unter euch hätten, würde dies Meinem Reich nichts wegnehmen. O Meine Diener, wenn der Erste und der Letzte von euch, die Menschen und die Dschinn unter euch, sich auf einer einzigen Ebene versammeln und Mich bitten würden und Ich jedem gäbe, worum er bittet, so würde dies von dem, was bei Mir ist, nur so viel verringern, wie eine Nadel verringert, wenn sie ins Meer getaucht wird. O Meine Diener, es sind nur eure Taten, die Ich für euch zähle und euch dann voll vergelte. Wer also Gutes vorfindet, der soll Allah loben, und wer etwas anderes vorfindet, der soll niemanden tadeln außer sich selbst.
25
Jede gute Tat ist eine Spende
Einige Gefährten des Gesandten Allahs (s) sagten zum Propheten: „O Gesandter Allahs, die Wohlhabenden haben den ganzen Lohn davongetragen. Sie beten, wie wir beten, sie fasten, wie wir fasten, und sie spenden vom Überschuss ihres Vermögens.“ Er sagte: „Hat Allah euch nicht auch etwas gegeben, womit ihr spenden könnt? Jedes ‚Subhanallah‘ ist eine Spende, jedes ‚Allahu akbar‘ ist eine Spende, jedes ‚Alhamdulillah‘ ist eine Spende, jedes ‚La ilaha illallah‘ ist eine Spende. Das Gute zu gebieten ist eine Spende, und das Schlechte zu verwehren ist eine Spende. Und selbst wenn einer von euch mit seiner Ehefrau zusammenkommt, ist das eine Spende.“ Sie sagten: „O Gesandter Allahs, wenn einer von uns seine Begierde stillt, bekommt er auch dafür Lohn?“ Er sagte: „Was meint ihr: Wenn er sie auf verbotene Weise stillen würde, läge darauf nicht eine Sünde? Ebenso bekommt er Lohn, wenn er sie auf erlaubte Weise stillt.“
26
Jeden Tag eine Spende
Für jedes Gelenk des Menschen ist an jedem Tag, an dem die Sonne aufgeht, eine Spende fällig. Wenn du gerecht zwischen zwei Menschen schlichtest, ist das eine Spende. Wenn du einem Mann mit seinem Reittier hilfst, ihn darauf hebst oder sein Gepäck darauf lädst, ist das eine Spende. Das gute Wort ist eine Spende. Jeder Schritt, den du zum Gebet gehst, ist eine Spende. Und wenn du etwas Schädliches vom Weg entfernst, ist das eine Spende.
27
Güte ist guter Charakter
Nach an-Nawwas ibn Sam'an sagte der Prophet (s): „Güte ist guter Charakter, und Sünde ist das, was in deiner Brust nagt und von dem du nicht möchtest, dass die Menschen es erfahren.“ Wabisa ibn Ma'bad berichtete: Ich kam zum Gesandten Allahs (s), und er sagte: „Bist du gekommen, um nach der Güte zu fragen?“ Ich sagte: „Ja.“ Er sagte: „Befrage dein Herz. Güte ist das, worüber die Seele zur Ruhe kommt und worüber das Herz zur Ruhe kommt. Sünde ist das, was in der Seele nagt und in der Brust hin und her schwankt, auch wenn die Leute dir ein Rechtsgutachten geben und immer wieder geben.“
28
Haltet fest an der Sunna
Der Gesandte Allahs (s) hielt uns eine Ermahnung, bei der die Herzen erbebten und die Augen Tränen vergossen. Wir sagten: „O Gesandter Allahs, es ist, als sei dies die Ermahnung eines Abschiednehmenden; so gib uns ein Vermächtnis.“ Er sagte: „Ich lege euch die Gottesfurcht ans Herz sowie das Hören und Gehorchen, selbst wenn ein Sklave über euch zum Befehlshaber wird. Wer von euch weiterlebt, wird viel Uneinigkeit sehen. Dann haltet euch an meine Sunna und an die Sunna der rechtgeleiteten, rechtgeführten Kalifen; beißt euch mit den Backenzähnen daran fest. Und hütet euch vor neu eingeführten Dingen (in der Religion), denn jede Neuerung ist Irreleitung.“
29
Hüte deine Zunge
Mu'adh ibn Dschabal sagte: „O Gesandter Allahs, nenne mir eine Tat, die mich ins Paradies bringt und vom Feuer fernhält.“ Er sagte: „Du hast nach etwas Gewaltigem gefragt, doch es ist leicht für den, dem Allah es leicht macht: Du dienst Allah, ohne Ihm etwas beizugesellen, verrichtest das Gebet, entrichtest die Zakat, fastest im Ramadan und vollziehst die Pilgerfahrt zum Haus.“ Dann sagte er: „Soll ich dich nicht auf die Tore des Guten hinweisen? Das Fasten ist ein Schutzschild. Die Spende löscht die Sünde, wie Wasser das Feuer löscht. Ebenso das Gebet eines Mannes mitten in der Nacht.“ Dann rezitierte er: „Ihre Seiten weichen von den Lagerstätten …“ bis „… für das, was sie zu tun pflegten“ (Sure 32:16–17). Dann sagte er: „Soll ich dir nicht vom Haupt der Sache, ihrer Säule und ihrem Gipfel berichten?“ Ich sagte: „Doch, o Gesandter Allahs.“ Er sagte: „Das Haupt der Sache ist der Islam, ihre Säule ist das Gebet und ihr Gipfel ist der Dschihad.“ Dann sagte er: „Soll ich dir nicht berichten, was all dem zugrunde liegt?“ Ich sagte: „Doch, o Gesandter Allahs.“ Da fasste er seine Zunge und sagte: „Halte diese zurück.“ Ich sagte: „O Prophet Allahs, werden wir etwa für das, was wir reden, zur Rechenschaft gezogen?“ Er sagte: „Möge deine Mutter dich verlieren! Stürzt die Menschen etwas anderes auf ihre Gesichter (oder: auf ihre Nasen) ins Feuer als die Ernte ihrer Zungen?“
31
Entsage der Welt
Ein Mann kam zum Propheten (s) und sagte: „O Gesandter Allahs, weise mich auf eine Tat hin, für die Allah mich liebt und die Menschen mich lieben, wenn ich sie tue.“ Er sagte: „Entsage der Welt, so liebt dich Allah. Und entsage dem, was die Menschen besitzen, so lieben dich die Menschen.“
32
Kein Schaden, keine Schädigung
Es gibt weder Schaden noch gegenseitiges Schädigen.
33
Beweis vom Kläger, Eid vom Leugner
Würde den Menschen allein auf ihre Behauptung hin gegeben, so würden manche Leute das Vermögen und das Blut anderer beanspruchen. Doch der Beweis obliegt dem Kläger und der Eid dem, der leugnet.
34
Das Übel ändern
Wer von euch ein Unrecht sieht, der soll es mit seiner Hand ändern. Vermag er das nicht, dann mit seiner Zunge. Vermag er auch das nicht, dann mit seinem Herzen, und das ist die schwächste Stufe des Glaubens.
35
Der Muslim ist des Muslims Bruder
Beneidet einander nicht, treibt einander nicht durch Scheingebote die Preise hoch, hasst einander nicht und kehrt einander nicht den Rücken. Keiner von euch soll in den Handel eines anderen hineinverkaufen. Seid, ihr Diener Allahs, Brüder. Der Muslim ist der Bruder des Muslims: Er tut ihm kein Unrecht, lässt ihn nicht im Stich, belügt ihn nicht und verachtet ihn nicht. Die Gottesfurcht ist hier, und er zeigte dreimal auf seine Brust. Es ist für einen Menschen schlecht genug, seinen muslimischen Bruder zu verachten. Für jeden Muslim ist von einem anderen Muslim unantastbar: sein Blut, sein Gut und seine Ehre.
36
Nimm deinem Bruder die Not
Wer einem Gläubigen eine der Nöte dieser Welt nimmt, dem nimmt Allah eine der Nöte des Tages der Auferstehung. Wer einem Bedrängten Erleichterung verschafft, dem verschafft Allah Erleichterung im Diesseits und im Jenseits. Wer einen Muslim (seine Fehler) bedeckt, den bedeckt Allah im Diesseits und im Jenseits. Allah steht dem Diener bei, solange der Diener seinem Bruder beisteht. Wer einen Weg geht, auf dem er Wissen sucht, dem ebnet Allah dadurch einen Weg ins Paradies. Und keine Leute versammeln sich in einem der Häuser Allahs, rezitieren das Buch Allahs und studieren es gemeinsam, ohne dass Ruhe auf sie herabkommt, Barmherzigkeit sie umhüllt, die Engel sie umgeben und Allah sie bei denen erwähnt, die bei Ihm sind. Und wen seine Taten zurückhalten, den bringt seine Abstammung nicht voran.
37
Gute Taten werden vervielfacht
Der Prophet (s) berichtete von seinem Herrn, dem Gesegneten und Erhabenen: Allah hat die guten und die schlechten Taten aufgeschrieben und dies dann erklärt. Wer eine gute Tat beabsichtigt und sie nicht ausführt, dem schreibt Allah sie bei Sich als eine vollständige gute Tat auf. Beabsichtigt er sie und führt sie aus, so schreibt Allah sie bei Sich als zehn gute Taten bis zum Siebenhundertfachen und vielfach mehr auf. Wer eine schlechte Tat beabsichtigt und sie nicht ausführt, dem schreibt Allah sie bei Sich als eine vollständige gute Tat auf. Beabsichtigt er sie und führt sie aus, so schreibt Allah sie als eine einzige schlechte Tat auf.
38
Nähe zu Allah durch freiwillige Taten
Allah, der Erhabene, sagte: Wer einem Meiner Vertrauten feindlich begegnet, dem erkläre Ich den Krieg. Mein Diener nähert sich Mir mit nichts, das Mir lieber wäre als das, was Ich ihm zur Pflicht gemacht habe. Und Mein Diener nähert sich Mir weiterhin mit freiwilligen Taten, bis Ich ihn liebe. Wenn Ich ihn liebe, bin Ich sein Gehör, mit dem er hört, sein Blick, mit dem er sieht, seine Hand, mit der er zugreift, und sein Fuß, mit dem er geht. Wenn er Mich bittet, gebe Ich ihm gewiss, und wenn er bei Mir Zuflucht sucht, gewähre Ich ihm gewiss Zuflucht.
39
Irrtum, Vergessen und Zwang
Allah hat meiner Gemeinschaft um meinetwillen das vergeben, was sie aus Versehen, aus Vergesslichkeit und unter Zwang tut.
40
Sei wie ein Fremder
Ibn Umar berichtete: Der Gesandte Allahs (s) fasste mich an der Schulter und sagte: „Sei in dieser Welt, als wärst du ein Fremder oder ein Durchreisender.“ Und Ibn Umar pflegte zu sagen: „Wenn du den Abend erreichst, so erwarte nicht den Morgen, und wenn du den Morgen erreichst, so erwarte nicht den Abend. Nimm von deiner Gesundheit für deine Krankheit und von deinem Leben für deinen Tod.“
42
O Sohn Adams, Ich vergebe dir
Allah, der Erhabene, sagte: O Sohn Adams, solange du Mich anrufst und auf Mich hoffst, vergebe Ich dir, was immer von dir ausgegangen ist, und Ich kümmere Mich nicht darum. O Sohn Adams, selbst wenn deine Sünden die Wolken des Himmels erreichten und du Mich dann um Vergebung bätest, würde Ich dir vergeben. O Sohn Adams, wenn du mit Sünden, so groß wie die Erde, zu Mir kämest und Mir dann begegnetest, ohne Mir etwas beizugesellen, so käme Ich zu dir mit Vergebung, so groß wie sie.